Documents a 5-milestone path (foundation, MVP web tool, variant generation, accounts/persistence, monetization) to turn the existing GA seating solver into a hosted service for wedding/event seating, including effort estimates, GDPR considerations once real guest data is stored long-term, and why a freemium/one-time-payment model fits this use case better than advertising. Co-Authored-By: Claude Sonnet 5 <noreply@anthropic.com>
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Platz als Web-Dienst — Roadmap
Sitzplatz-Optimierung für Hochzeiten & Events als SaaS
Status Quo (verifiziert 2026-07-09)
Der bestehende Python-Kern verarbeitet bereits vollständig echte Personendaten:
work/test2/bestellung.xmlenthält reale Einzelpersonen (Name, Vorname, Titel), eine VIP-Gruppe mit fest zugewiesenem Tisch, und eine anonyme Sammelbuchung — alle Pfade wurden end-to-end getestet und funktionieren korrekt.- Output (
TischePersonen.txt,PersonenTische.csv,Sitzplatzverteilung.svg) enthält korrekt durchgereichte Namen inkl. Titel.
Das ist also kein offener Kern-Bug — die Lücke liegt woanders:
| Was schon geht | Was fehlt für den Web-Dienst |
|---|---|
| Personen mit Namen/Titel/Gruppe verarbeiten | Web-Formular / CSV-Import statt Hand-XML |
| GA erzeugt eine gute Sitzordnung | Mehrere Varianten parallel vergleichen |
| SVG-Visualisierung einer Verteilung | Interaktiver Tisch-Editor (Drag & Drop) |
CLI + Dateisystem (work/<name>/) |
Multi-User, Projekte, Accounts, DB |
| — | Bezahlmodell, DSGVO-Konformität |
Meilenstein 0 — Fundament (kein neues Feature, Vorbereitung)
Ziel: Der bestehende Kern läuft stabil, testbar und ist bereit für eine API-Hülle.
- Python 2 → 3 Migration (bereits erledigt)
- Unittest-Suite mit Kernszenarien (bereits erledigt)
Farmerweitern:TopN()statt nurBester()— Grundlage für "mehrere Varianten" später. Kleine, risikoarme Änderung am bestehenden Code.- Determinismus-Option:
random.seed()als Parameter durchreichen, damit ein Ergebnis bei Bedarf reproduzierbar ist (Support-Anfragen: "warum sitzt Tante Erna da?") - Rechtsform/Namensfrage klären, Firmengründung falls Umsatz geplant ist (Impressumspflicht bei einem öffentlichen Dienst mit Personendaten Dritter)
Aufwand: ~1 Woche. Kein Nutzer sieht das noch.
Meilenstein 1 — MVP: Single-User Web-Tool, keine Accounts
Ziel: Eine Person kann übers Web eine Hochzeit planen, ohne Login. Ergebnis: PDF/SVG-Export. Session-basiert, nichts wird dauerhaft gespeichert (schont Datenschutz-Aufwand in dieser Phase).
- REST-API um den bestehenden Kern (FastAPI empfohlen: async, OpenAPI-Doku gratis,
gut für Traffic-Spitzen an Wochenenden)
POST /sitzung— legt eine Arbeits-Session an (Tische + Personen)POST /sitzung/{id}/tische— Tisch-Layout (Ersatz fürtische.ini)POST /sitzung/{id}/personen— CSV-Upload (Ersatz fürbestellung.xml)POST /sitzung/{id}/berechnen— startet die GA-OptimierungGET /sitzung/{id}/ergebnis.svg— liefertalsSVG()-Resultat
- CSV-Format definieren und Parser bauen (Analogon zu
XMLConfig): Spalten z.B.Vorname;Nachname;Titel;Gruppe;Tisch(optional=VIP)→ wird zuPersonen/Gruppen/VIP-Map, exakt wieXMLConfig.HandleBestellung()heute — reiner Adapter, kein Kernumbau. - Interaktiver Tisch-Editor (Frontend, React/Vue + SVG):
Kreise per Drag & Drop platzieren, Kapazität einstellen, Nachbarschaft automatisch
aus räumlicher Nähe ableiten (statt manueller
Nachbarliste-Pflege intische.ini)- Baut direkt auf
alsSVG()-Geometrie auf (Radius-Berechnung ist bereits da)
- Baut direkt auf
- Undo/Redo, "Variante neu berechnen"-Button
- Hosting: einfacher Single-Server-Betrieb reicht (kein Kubernetes-Overkill für MVP)
Aufwand: ~6–8 Wochen für 1 Entwickler:in (Backend-API + einfaches Frontend). Rechtlich: Solange keine Daten dauerhaft gespeichert werden (nur Session-Storage, TTL von z.B. 24h), ist der DSGVO-Aufwand überschaubar (kein Account = kein Personenbezug zum Betreiber über die Sitzung hinaus). Trotzdem: Auftragsverarbeitungsvertrag mit Hosting-Provider und eine Datenschutzerklärung sind Pflicht, sobald IP-Adressen verarbeitet werden (was bei jedem Webserver der Fall ist).
Meilenstein 2 — Varianten-Generierung für größere Säle
Ziel: Nutzer bekommt mehrere Vorschläge statt einer festen Lösung, kann vergleichen.
Farm.TopN(n)nutzen, um z.B. 3–5 unterschiedliche gute Lösungen zurückzugeben (ggf. mit verschiedenen Zufalls-Seeds parallel starten für Diversität)- Vergleichsansicht im Frontend: Varianten nebeneinander, Kennzahlen sichtbar machen (Wertigkeit, Anzahl Gruppentrennungen, "Alleine sitzende Personen")
- Performance: bei sehr großen Sälen (200+ Personen) ggf.
Zyklus-Parameter (Anzahl Generationen/Population) an Problemgröße koppeln, damit Antwortzeit im Web-Kontext (Sekunden, nicht Minuten) bleibt — Lasttest nötig - Optional: Hintergrund-Job-Queue (z.B. Celery/RQ), falls Berechnung >5s dauert, damit der Webserver nicht blockiert
Aufwand: ~3–4 Wochen, aufbauend auf Meilenstein 1.
Meilenstein 3 — Accounts & dauerhafte Personendaten
Ziel: Registrierte Nutzer:innen können Projekte speichern, später weiterbearbeiten, Gäste-CSV wiederverwenden (z.B. für mehrere Event-Teile: Trauung, Feier).
- Nutzerkonten (E-Mail/Passwort oder OAuth), Projekt-Persistenz in einer DB (Postgres passt gut: Tische/Gruppen/Personen als relationale Tabellen)
- Datenschutz wird jetzt zentral, nicht mehr nebensächlich:
- Betroffene sind Dritte (Hochzeitsgäste), nicht der Account-Inhaber → besondere Sorgfaltspflicht, da die Gäste dem Dienst nie selbst zugestimmt haben
- Löschkonzept: automatische Löschung X Monate nach dem Event-Datum anbieten
- Datenexport/-löschung auf Anfrage (Art. 15/17 DSGVO)
- Verschlüsselung ruhender Daten, falls sensible Zusatzfelder (Allergien, Sitzwünsche mit Konfliktpotential) erfasst werden
- AVV mit Hosting-Provider (z.B. bei EU-Hosting: Hetzner, IONOS — vermeidet Standardvertragsklauseln-Diskussion bei US-Anbietern)
- Sharing: Account-Inhaber:in lädt Co-Planer:in (Partner, Wedding-Planner) mit eingeschränkten Rechten ein
Aufwand: ~4–6 Wochen Entwicklung + juristische Beratung (Datenschutzerklärung, ggf. Verarbeitungsverzeichnis) einplanen, bevor das live geht.
Meilenstein 4 — Monetarisierung
Empfehlung: Freemium statt Werbung (Begründung siehe unten).
- Kostenlos: bis N Personen (z.B. 30) und 1 gespeichertes Projekt, mit Wasserzeichen auf PDF-Export
- Bezahlt (einmalig pro Event, nicht Abo — passt zum Nutzungsmuster):
- Größere Gästezahlen
- Mehrere Varianten gleichzeitig
- PDF/Druckvorlagen ohne Wasserzeichen, Tischkarten-Export
- Priorisierte Berechnung (schneller bei Stoßzeiten)
- Payment-Provider integrieren (Stripe/Mollie — Einmalzahlung reicht, kein Abo-Billing nötig für MVP dieses Modells)
- Später denkbar: B2B-Linzenz für Hochzeitsplaner:innen/Locations (mehrere Events, White-Label) — deutlich höherer Wert pro Kunde als Einzelnutzer
Warum nicht Werbung: Hochzeitsplanung ist eine seltene, emotional hochwertige Nutzung (im Schnitt einmal im Leben, wenige Sitzungen über Wochen verteilt). Das ergibt sehr wenige Ad-Impressions pro Nutzer:in — Werbenetzwerke zahlen nach Impressions/Klicks, hier fehlt schlicht das Volumen für nennenswerte Einnahmen. Gleichzeitig wirkt Werbung in einem emotional aufgeladenen Kontext (Hochzeit) unpassend und schadet eher der Zahlungsbereitschaft für ein Freemium-Upgrade. Eine kleine, spitze Zielgruppe mit klarem Zahlungsanlass (einmal fürs eigene Fest) passt besser zu Einmalzahlungen als zu Werbe-Reichweite.
Aufwand: ~2–3 Wochen für Payment-Integration + Plan-Limits im Backend.
Zeitliche Gesamtschätzung (1 Entwickler:in, Vollzeit)
| Meilenstein | Dauer | Kumuliert |
|---|---|---|
| M0 Fundament | 1 Woche | 1 Woche |
| M1 MVP (Web, kein Account) | 6–8 Wochen | ~2 Monate |
| M2 Varianten | 3–4 Wochen | ~3 Monate |
| M3 Accounts + DSGVO | 4–6 Wochen | ~4,5 Monate |
| M4 Monetarisierung | 2–3 Wochen | ~5 Monate |
Realistischer Fahrplan bis zum ersten zahlenden Kunden: ~5–6 Monate, wenn M1 und M2 teilweise parallel mit einem zweiten Paar Hände (Frontend/Backend-Split) laufen.
Wichtigste Risiken
- Datenschutz wird unterschätzt — sobald echte Gästelisten dauerhaft gespeichert werden (ab M3), ist das kein Nebenthema mehr. Frühzeitig Rechtsberatung einholen, nicht erst kurz vor Launch.
- GA-Performance bei großen Sälen — noch nicht lastgetestet mit z.B. 300+ Personen und vielen Tischen; ggf. Optimierungsbedarf vor M2.
- Wettbewerb prüfen — es gibt bereits kommerzielle Seating-Planner-Tools (z.B. für Hochzeiten und Corporate Events); Differenzierung (z.B. der Gruppentrennungs-Strafalgorithmus, VIP-Fixplätze) sollte klar herausgestellt werden.