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Milchwaerme/doc/02_systemauslegung.md
Michael Stangl 0748b63a58 Doku dazu
2026-06-14 09:13:30 +02:00

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# 2 Systemauslegung
Dimensionierung der Komponenten für den Referenzfall **1000 L Milch/Tag**. Konzept: Milchabwärme → Wärmepumpe (Strom aus PV) → Natriumacetat-Latentspeicher.
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## 2.1 Wärmepumpe
Die WP entzieht der Milch die Wärme (Verdampfer ~0 °C) und gibt sie bei >58 °C an den Speicher ab (Kondensator ~63 °C). Die Verdichterarbeit landet **mit** im Speicher:
```
Q_Speicher = Q_Milch + W_elektrisch
COP = Q_Speicher / W_elektrisch
W_el = Q_Milch / (COP 1)
```
| COP | Strom/Tag | Wärme in Speicher/Tag |
|---|---|---|
| 2,5 | 25,6 kWh | 64,0 kWh |
| **2,6 (Referenz)** | **24,0 kWh** | **62,4 kWh** |
| 3,0 | 19,2 kWh | 57,6 kWh |
Leistungsauslegung (18 h/Tag Laufzeit): Kälteleistung ~2,1 kW, Heizleistung ~3,5 kW, el. Leistung ~1,3 kW.
> Wichtig: Durch die WP wird **mehr** gespeichert als die reine Milchabwärme (62,4 statt 38,4 kWh/Tag).
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## 2.2 PV-Anlage
Auslegung auf **Jahresbilanz** des WP-Strombedarfs (Standort Süddeutschland, ~1.000 kWh/kWp·a, ~5 m²/kWp).
| Größe | Wert |
|---|---|
| Jahresstrombedarf WP | ~8.760 kWh/a |
| Leistung | **~8,8 kWp** |
| Dachfläche | **~44 m²** |
Bei einer typischen Stalldachfläche von mehreren hundert m² problemlos verfügbar.
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## 2.3 Netzbezug durch die Wintermonate
Die WP läuft täglich, die PV liefert saisonal. Monatsbilanz (gerundet):
| | kWh/a |
|---|---|
| Jahresbedarf WP | 8.760 |
| Netzbezug (OktFeb) | ~1.940 |
| Sommerüberschuss (MärSep) | ~1.960 |
**Netzbezug ≈ 22 %** des Jahresbedarfs fällt komplett in die Monate Oktober bis Februar. Der Sommerüberschuss entspricht fast genau dem Winter-Zukauf (bilanziell ausgeglichen, zeitlich verschoben).
> Diese 22 % gelten **mit** Batterie (Tag-/Nacht-Ausgleich). **Ohne** Batterie eher 5060 %, da die WP rund um die Uhr läuft, die PV aber nur tagsüber.
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## 2.4 Batteriespeicher
Aufgabe: nur **Tag-/Nacht-Versatz** überbrücken (kein saisonaler Ausgleich das ist mit Batterie unmöglich).
| Größe | Wert |
|---|---|
| WP-Last pro Tag | 24 kWh |
| zu überbrückende Nachtlast | ~1416 kWh |
| empfohlen nutzbar | ~1518 kWh |
| Nennkapazität (LFP) | **~20 kWh** |
| Autonomie | ~1 Tag |
Mehr Kapazität senkt den 22-%-Winteranteil **nicht** der kommt aus dem saisonalen PV-Mangel, nicht aus dem Tag-/Nacht-Versatz.
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## 2.5 Latentwärmespeicher (Natriumacetat)
Speichergröße = Wärme je Abholzyklus ÷ Energiedichte. Beispiel 14-Tage-Zyklus, Modus `latent_plus_hub`:
| Größe | Wert |
|---|---|
| Energie je Zyklus | 62,4 · 14 ≈ **873 kWh** |
| Masse | ~9.600 kg |
| Volumen | ~7,4 m³ |
Skalierung linear mit Zyklusdauer und Milchmenge. Details zu LKW-Auslastung und Abholrhythmus siehe Dokument 3.
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## 2.6 Saisonaler Grundkonflikt
Wärme**erzeugung** und Wärme**bedarf** laufen gegenläufig:
- Sommer: viel PV-Strom, viel Abwärme aber wenig Heizbedarf.
- Winter: hoher Heizbedarf aber wenig PV (22 % Netzbezug) und gleicher Abwärmeanfall.
Das ist die zentrale Schwäche des Konzepts und der Grund, warum im Winter nur wenige Haushalte beheizt werden können (Dokument 3).